Bevor es los geht, erzählen alle Schülerinnen und Schüler von Pflanzen, die sie aus dem Garten kennen oder die sie besonders gerne mögen. Auch von Arbeiten im Garten: z.B. Blumen pflanzen und gießen, Rasen mähen oder Unkraut jäten. 

Unkraut, was ist damit gemeint? Alle sind sich einig: das sind die Pflanzen, die ganz von allein aufgetaucht sind und bei denen wir im eigenen Garten entscheiden können, ob sie dort weiter wachsen sollen oder ob wir sie entfernen, weil wir den Platz für anderes nutzen möchten oder weil sie zu dicht an anderen Pflanzen wachsen und es deswegen mit Wasser und Licht zu eng für alle wird. 

Wir schauen die Beete vor der Schule an:

Einige Wochen nach der Bodenbearbeitung sind auch hier kleine grüne Pflänzchen zu entdecken, die niemand gepflanzt hat. Merkwürdig.

Hier können wir eine gute Strategie in der Natur beobachten: der Boden soll nicht nackig sein. Denn was passiert dann? Womöglich wird die wertvolle obere Bodenschicht vom Wind verweht oder vom Regen weggespült. Die Pflanzen halten den Boden mit ihren Wurzeln fest.

Aber wo kommen nun die Pflanzen in den Schulbeeten her?

Sie sind aus Samen gewachsen. Manche Samen können jahrelang im Boden überdauern. Sobald sie ausreichend Licht und Wasser bekommen, keimen die Samen und kleine Pflänzchen wachsen.

Alle kennen den Löwenzahn mit seinen schönen gelben Blüten. Sobald sich die Blüten zu Pusteblumen verwandelt haben, machen sich lauter kleine Samen auf den Weg. Wir schauen uns die kleinen Fallschirmchen, an denen die Samen hängen, genauer an. Eine tolle Konstruktion: der Wind trägt die Samen so ganz leicht zu neuen Standorten.

Viele Samen von Gräsern, Blumen und Bäumen werden mit dem Wind weitergetragen. Einige sind irgendwann auch in den Schulbeeten gelandet.

Wir schauen uns eine Mischung unterschiedlicher Samen an: manche haben kleine Haken. Mit diesen  bleiben sie z.B. im Fell von Tieren hängen und werden mit ihnen weitergetragen. Manche Samen haben kleine Anhängsel, die gerne von Ameisen gegessen werden. So tragen die Ameisen mit der Nahrung gleichzeitig auch die Samen weiter. Es gibt noch viel mehr spannende Geschichten über Verbreitungsstrategien der Pflanzen.

In den Schulbeeten überlassen wir die Pflanzenauswahl nicht nur der Natur. Hier werden wir eine Mischung von Kräutern und Gräsern einsäen.

Nur 3 Gramm von den bunt gemischten Samen werden dazu auf einer Fläche von 1 Quadratmeter verteilt.

 Wie groß ist eigentlich 1 Quadratmeter?  Die Schülerinnen und Schüler finden das schnell heraus: mithilfe von Zollstöcken und Schnur legen sie ein Quadrat, das an jeder Seite 1 Meter lang ist. Gut gemacht!

Wie können wir es schaffen die winzigen Samen gleichmäßig auf so einer großen Fläche zu verteilen?

Dazu gibt es einen Trick: die Samenportion wird mit hellem Sand vermischt. Diese Menge ist mit unseren Händen leichter zu verteilen. Außerdem zeigt uns die helle Sandspur, wo schon Samen ausgestreut wurden.

Wir unterteilen die Flächen mit Schnüren und Stöcken in viele einzelne Quadratmeter.

Und los geht`s: alle suchen sich ein Feld und beginnen, die dort schon gewachsenen kleinen Pflänzen vorsichtig herauszuziehen. Von Bäumen heruntergewehte Stöckchen und Laub wird eingesammelt. Die Fläche ist vorbereitet zur Einsaat.

Aber halt! Wir üben das aussäen vorher auf dem Pflaster. Alle nehmen sich Sand (ohne Samen) in die Hand und versuchen, diesen gleichmäßig auszustreuen. Gar nicht so einfach. Vor allem wenn es windig ist, verschwindet der Sand einfach auf die Nachbarfläche.  Also noch einmal probieren und dabei möglichst nah am Boden arbeiten.

Jetzt ist Konzentration gefordert:  Saatgut und Sand  abmessen, vermischen und dann im ausgewählten Quadratmeter sorgfältig verteilen.

Die Samen werden anschließend mit den Händen festgeklopft oder mit den Füßen angetreten. Sie bleiben auf der Bodenoberfläche liegen und werden nicht wie viele andere Samen in den Boden eingearbeitet. Lichtkeimer werden diese Pflanzen genannt, deren Samen das Licht brauchen.

Wenn alles gelingt, werden die Flächen in einigen Wochen langsam Grün. Sonne, Wärme und ausreichend Wasser sind nötig, damit hier eine Mischung aus verschiedenen Gräsern und Kräutern heranwachsen kann. So wie kleine Blumenwiesen. Dort können dann irgendwann verschiedene Tierarten Unterschlupf und Nahrung finden.

Text: Antje Lübbers

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